Basenbildende Lebensmittel – Was steckt dahinter?

Die heutige Ernährung mit Fertigprodukten, Fast Food und reichlichem Alkoholkonsum führt zu einer zunehmenden Übersäuerung des menschlichen Organismus. Wird dieser Zustand chronisch, begünstigt dies wiederum die Entstehung von Krankheiten wie Gicht und Rheuma, Arterienverkalkung, Diabetes mellitus, Gallen- und Nierensteine, Hauterkrankungen und einer Vielzahl von Darmerkrankungen. Letztere können sich in Blähungen, Verstopfung oder Durchfall, Sodbrennen und Darmentzündungen äußern. Außerdem geht eine chronische Übersäuerung in der Regel mit Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und einer schlechten Immunabwehr einher. Daher ist eine ausgewogene Säure-Basen-Balance in jeder Hinsicht wichtig für die Gesunderhaltung. Am besten lässt sich dies mit einer gesunden Ernährung erreichen, die eine ausreichende Menge basenbildende Lebensmittel enthält.

Basenbildende Lebensmittel
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Schon Ernährungspioniere wie Maximilian Bircher-Benner (Stichwort Vollkorn-Müsli) oder Franz Xaver Mayr, der Erfinder der gleichnamigen Mayr-Kur, setzten auf basenbildende Lebensmittel. Sie konnten zwar noch keinen wissenschaftlichen Nachweis über den Mechanismus des Säure-Basen-Haushaltes erbringen, erkannten aber die enorme Wichtigkeit einer basisch geprägten Ernährung.

Nach und nach vertiefte sich das Verständnis, dass sich unsere Nahrung in säurebildende, eher neutrale und basenbildende Lebensmittel einteilen lässt. Dabei ist es nicht notwendig, sich zur Gesunderhaltung ausschließlich basisch zu ernähren: Als optimal gilt das Verhältnis von 20:80, also 20 % säurebildende und 80 % eher neutrale und basenbildende Lebensmittel. Die neutralen Lebensmittel sind dabei solche Lebensmittel, die unserem Stoffwechsel keine Probleme machen, da sie weder säure- noch basenbildend sind. Hierzu gehören beispielsweise kohlensäurefreies Mineralwasser, naturbelassene und kaltgepresste Fette, frische Butter, frische Walnüsse oder grüne Bohnen.

Basenbildende Lebensmittel sind vor allem im pflanzlichen Bereich angesiedelt: Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Gemüse- und Obstsorten basisch. Lediglich Artischocken, Rosenkohl, Mais, Linsen, getrocknete Erbsen sowie alle Gemüsekonserven bilden hier die Ausnahme. Bei den Milchprodukten sind nur Frisch- und Buttermilch, Molke und Sojadrink basisch. Eigelb zählt ebenfalls zum basischen Bereich.

Bei den Getränken sind es vor allem das Mineralwasser ohne Kohlensäure, Kräutertees und lang gezogener Schwarztee, die basisch wirken. Stark säurebildend sind sämtliche alkoholischen Getränke, aber auch süße Limonaden und Kaffee.

Fleisch, Wurst und Fisch sind durchweg säurebildende Lebensmittel. Auch viele Getreideprodukte fallen in diesen Bereich, vor allem Weißmehlprodukte. Hier ist unbedingt die Vollkornvariante zu bevorzugen (eher neutral).

Den Einstieg in eine basisch orientierte Ernährung erleichtert oft ein sogenanntes Basenfasten sowie eine Darmsanierung. In der professionell begleiteten Umstellung werden immer auch die Aspekte Bewegung und Stressmanagement einbezogen, da Bewegungsmangel und Stress ebenfalls zu einer Übersäuerung des Körpers beitragen.

Ausschließlich von den Säure-Basen-Tabellen sollte man sein Ernährungsverhalten allerdings nicht abhängig machen: Der Genuss am Essen muss unbedingt erhalten bleiben!

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