Online-Supermarkt: Anbieter im Aufwind?
In den letzten Jahren gab es einige spannende Ansätze im Online-Versand von Lebensmitteln. Sei es der Einstieg von Froodies oder die aktuellen Feldversuche von REWE. Auch Amazon ist letztes Jahr in den Lebensmittelhandel im Internet eingestiegen. Betrachtet man nun jedoch das Verhältnis zum Gesamtumsatz im Online-Handel, spielt die Lebensmittelbranche noch eine sehr geringe Rolle. Ganz anders im stationären Handel. Hier zählen Lebensmittel mit anderen Gütern des täglichen Bedarfs zu den Umsatzbringern. Woran liegt es nun, dass der Online-Supermarkt derzeit noch kaum Beachtung findet?
Merkmale von Online-Supermärkten
Grundsätzlich bietet ein Online-Supermarkt Verbrauchern einige Vorteile in Hinblick auf Komfort und Zeitersparnis. Man kann den wöchentlichen Einkauf bequem auf der Couch neben seiner Lieblingsserie abwickeln und erspart sich den oft mit Stress verbundenen Weg in den Supermarkt. Insbesondere Menschen in stressigen Berufen oder mit körperlichen Einschränkungen, wissen einen Online-Supermarkt zu schätzen.
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Ein Argument, dass von Kritikern jedoch immer wieder gebracht wird, sind die im Endeffekt höheren Preise der Lebensmittel. Einige Produktgruppen, wie Fleisch und Fisch, unterliegen besonders strengen Auflagen. Hier muss auch während des Versandes über den Paketdienstes die Einhaltung der Kühlkette gewährleistet sein. Die Anbieter versuchen dies mittels spezieller Verpackungen und Kühlmodulen zu erreichen. Möchte man die Produkte, insbesondere im Hochsommer frisch auf den Tisch, wird man aber dennoch nicht um einen teuren Expressversand umhinkommen.
Ein Online-Supermarkt der es schafft, eine eigene Logistik zu betreiben ist daher klar im Vorteil. Dies ist jedoch mit beachtlichen Investments verbunden, die solvente Kapitalgeber voraussetzen. Dennoch gibt es viele Produktgruppen, deren Einkauf über das Internet, den wöchentlichen Einkauf zumindest erleichtern kann. Hierzu zählen Getränke, Kaffee, Obst & Gemüse, Süßigkeiten, nicht kühlpflichtige Fertigprodukte, Konserven, Sugo, Wein, Brot, Nudeln oder Spirituosen.
Das Internet hat aber auch Formen des Lebensmittelhandels hervorgebracht, die so zuvor nicht denkbar waren. So gibt es z.B. die Möglichkeit sich sein tägliches Müsli ganz nach seinen eigenen Bedürfnissen mischen zu lassen. Auch Kaffee und M&Ms werden mittlerweile personalisiert angeboten. Unter der Kategorie „Shops“ auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht, der wichtigsten Anbieter.
Versand: Angebotsvielfalt und Sortiment
Das Sortiment vieler Online-Supermärkte ist derzeit noch bescheiden und reicht von ca. 4.000 bis 12.000 Artikeln. An das Warenangebot eines herkömmlichen Supermarktes reicht dies natürlich noch nicht heran. Es gibt jedoch mittlerweile eine Vielzahl an spezialisierten Anbietern. Egal ob spanische Delikatessen, italienische Spezialitäten oder Französische Weine. Für fast jeden Bedarf findet sich das passende Angebot. Man muss nur in unterschiedlichen Shops einkaufen – was natürlich nicht ganz der Vorstellung vieler Verbraucher von einem Online-Supermarkt entspricht.
Amazon hat sich dies zu Nutze gemacht und bietet seit 2010 Lebensmittel über das Marketplaceprinzip zum Versand an. Amazon stellt hierbei die Plattform und Händler erhalten einen neuen Vertriebsweg. Für den Durchschnittsnutzer ist dies häufig nicht auf den ersten Blick ersichtlich und so wunderten sich viele über die hohen Versandkosten. Häufig können diese den eigentlichen Warenwert übersteigen.
Um Lebensmittel sinnvoll online einkaufen zu können, sollte man sich daher zuvor Gedanken machen, welche Nahrungsmittel man in welchen Shops kauft. Kauft man in größeren Mengen kann man sich in vielen Shops auch die Versandkosten sparen. Diese Freibeträge können zwischen 25 und 100 € Warenwert liegen.
Um den Online-Supermarkt für die breite Masse salonfähig zu machen, wird es mittelfristig notwendig sein, dass auch die großen Player wie REWE, Tengelmann und co. diesen Markt für sich entdecken und das Warenangebot sukszessive ausbauen. Zusätzlich würde dadurch der Online-Lebensmittelmarkt von den Konsumenten stärker Beachtet werden. Dadurch kann dann aus vielen kleinen Nischen ein Massenmarkt werden, der durchaus klassischen Supermärkten Paroli bieten kann und dem Nutzer zusätzlich einen Mehrwert bietet – ein Online-Supermarkt, wie wir ihn uns wünschen.
Abbildung: (c) fotolia.de
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